12. August 2026 · M73LAB
Die Frage wird meistens falsch gestellt. Es geht nicht darum, welches System besser ist, sondern wer den Shop in zwei Jahren betreut — und wie viel Ihrer Zeit dieser Betrieb kosten darf.
Shopify nimmt Ihnen den technischen Betrieb ab. Updates, Sicherheit, Verfügbarkeit an Spitzentagen, Zahlungsabwicklung — all das ist Teil des Abos. Dafür zahlen Sie monatlich, arbeiten innerhalb der Grenzen des Systems und bezahlen viele Zusatzfunktionen über Apps, die ebenfalls monatlich kosten.
Passt, wenn: Sie verkaufen wollen statt zu administrieren. Ihr Sortiment ist überschaubar bis mittelgroß. Sie brauchen Verlässlichkeit mehr als Sonderlösungen.
Passt nicht, wenn: Ihr Geschäft an Prozessen hängt, die das System nicht vorsieht, oder wenn Sie den Datenbestand vollständig im eigenen Haus halten müssen.
WooCommerce ist ein Plugin für WordPress und damit vollständig in Ihrer Hand. Keine Lizenzgebühr, jede Anpassung möglich, Daten auf Ihrem Server. Der Preis dafür ist Betrieb: Hosting mit ausreichend Leistung, regelmäßige Updates, das Zusammenspiel mehrerer Plugins und die Frage, wer nachts erreichbar ist, wenn nach einem Update die Kasse klemmt.
Passt, wenn: Sie individuelle Abläufe brauchen, bereits WordPress betreiben oder jemanden haben, der die Wartung übernimmt.
Passt nicht, wenn: Niemand im Haus für Updates zuständig ist. Ein ungepflegter WooCommerce-Shop ist kein günstiger Shop, sondern ein Sicherheitsrisiko mit Umsatz.
Zahlungsarten. EPS und Klarna sind hierzulande erwartbar, Kreditkarte allein reicht vielen Kundinnen und Kunden nicht.
Versand. Post und regionale Dienstleister sauber angebunden, mit realistischen Laufzeiten statt Wunschangaben.
Recht. Preisauszeichnung inklusive Umsatzsteuer, vollständige Widerrufsbelehrung, ein Cookie-Banner, der erst nach Zustimmung lädt. Das ist bei beiden Systemen Konfigurationsarbeit — sie muss nur jemand machen.
Für die meisten kleinen und mittleren Händler in Österreich ist Shopify die vernünftigere Wahl, weil es die laufende Verantwortung übernimmt, die im Alltag sonst liegen bleibt. WooCommerce ist die richtige Antwort, wenn es einen konkreten Grund dafür gibt — eigene Prozesse, bestehende WordPress-Infrastruktur, jemand im Haus, der es betreut.
Wir haben beides gebaut und beides migriert. Der teuerste Weg ist erfahrungsgemäß nicht die falsche Plattform, sondern der Wechsel nach 18 Monaten ohne Weiterleitungskonzept.
In der Anschaffung meist WooCommerce, über die Laufzeit häufig Shopify. WooCommerce hat keine Lizenzgebühr, verlagert die Kosten aber auf Hosting, Wartung, Sicherheitsupdates und die Behebung von Konflikten zwischen Plugins. Shopify kostet monatlich, deckt dafür Betrieb und Updates ab.
Ja, aber es ist ein Projekt und kein Klick. Produkte und Kunden lassen sich migrieren, URLs und Rankings brauchen eine saubere Weiterleitungsstruktur. Wer den Wechsel absehen kann, plant ihn besser gleich mit ein.
Beide Systeme lassen sich rechtskonform betreiben. Entscheidend sind Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung, Preisauszeichnung inklusive USt und ein Cookie-Banner, der erst nach Zustimmung lädt. Das ist Konfigurationsarbeit, keine Plattformfrage.
M73LAB
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